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Lucie Rault ist Ethnologin und Sinologin, leitet die musikethnologische Abteilung des Pariser Musée de l'Homme und ist quasi von Haus aus keine Freundin europäisch zentrierten Hörens von Musik. Ihre mit über 200 prachtvollen Abbildungen ausgestattete großformatiges Studie zur Geschichte von Musikmachern und Musikinstrumenten sucht nach dem Einklang von Mensch und Natur, geht deshalb logischerweise weit in die Geschichte zurück oder zu den letzten Resten von Gesellschaften, die vom Kapitalismus ins Abseits gestellt sind. Insofern ist der Untertitel des Buches leicht irreführend: Zur westlichen Popkultur bietet es nämlich nichts. Stattdessen spürt die Autorin in Afrika und Indien am Ende ihres Werkes in unserer Neuzeit einige Instrumente auf, die aus Zivilisationsmüll gebastelt wurden.
Anhänger esoterischer Ansätze werden mit dem leicht verständlichen Text der Wissenschaftlerin hervorragend bedient, aber auch Aficionados fremder Töne und Leute, die sich mit fremdartigen Instrumenten näher auskennen möchten, kommen ganz auf ihre Kosten. Doch nicht nur exotische und historische Gesellschaftsformen zählen zur Bandbreite des Werkes. An verschiedenen Beispielen führt die Expertin durchaus nachvollziehbar vor, in welches Korsett sich die alte europäische E-Musik einst gezwängt hat und wie Komponisten wie Debussy etwa sich dessen entledigten. Tolle Fotos und ein schönes Glossar zu all den fremden Instrumenten verhelfen dem Buch zur Empfehlung. --Uli Lemke
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