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Ein Blick hinter die offizielle Kriegsberichterstattung
 Der Untertitel dieses Buches lautet: „Eine Konfrontation mit Afrika, dem Land meiner Vorfahren“. Genau dies ist dieses Buch auch – ein persönlicher Erfahrungsbericht eines schwarzen amerikanischen Journalisten, welcher von 1991 bis 1993 für die amerikanische Tageszeitung ‚Washington Post’ aus diversen afrikanischen Ländern als Auslandskorrespondenz berichtete und 1996 über seine Erlebnisse dieses Buch schrieb. Im Nachwort schreibt der Autor Keith B. Richburg: „Jenseits von Amerika ist zuerst und vor allem das Buch eines Journalisten. Es war nie als wissenschaftliches Werk oder als eine politikwissenschaftliche Studie gedacht. Es sind persönliche Erinnerungen, mein Tagebuch, wenn Sie so wollen, und beschreibt das, was ich als Reporter – als schwarzer amerikanischer Reporter – erlebte, als ich von 1991 an, dem Ende des Kalten Krieges, während einer äusserst faszinierenden Zeit von drei Jahren aus Afrika berichtete.“ Der Autor berichtet über Geschehnisse in Somalia, Ruanda, Südafrika, Liberia und am Rande aus anderen afrikanischen Ländern. Und zwar aus seiner persönlichen Sicht – als Schwarzer, als Amerikaner, als Journalist, als Mensch. In den ersten zwei Dritteln dieses Buches nimmt der Autor den Leser bei der Hand und nimmt ihn mit auf diverse seiner journalistischen Reisen. Dem Leser wird ein einmalig interessanter Einblick gewährt in das Leben eines Auslandkorrespondenten jenseits seiner offiziellen Berichterstattung. Im letzten Drittel des Buches vergleicht Keith B. Richburg die Situation der Schwarzen in Afrika mit jenen der Schwarzen in Amerika und versucht abschliessend, auf folgende Fragen eine Antwort zu finden: „Warum hat sich Südostasien (in den 80er und 90er Jahren) so schnell entwickelt und Afrika nicht?...Wie kann jemand über Demokratie, Verfassungen und Gesetze in Ländern reden, in denen paramilitärische Sicherheitskräfte Brandbomben in die Redaktion oppositioneller Zeitungen werfen? In denen ganze Dörfer verbrannt und Tausende von Menschen heimatlos werden, weil sich politische Parteien bekämpfen? In denen ganze Landstriche von den bewaffneten Guerilleros beherrscht werden? In denen der alte Aberglaube noch so verwurzelt ist, dass ein Politiker verhaftet und eingesperrt werden kann, weil man ihm vorwirft, dass er arme Dorfbewohner verhext habe, um sie zu zwingen, für ihn zu stimmen?“ Der Autor macht interessante Vorschläge dafür, welche Grundlagen geschaffen werden müssten, damit der Aufbau einer Demokratie überhaupt eine Chance des Gelingens hätte. Mehr als alles andere ist ihm während seines dreijährigen Aufenthaltes in Afrika eines jedoch klar geworden: „Ich werden auch wissen, dass die Probleme zu hartnäckig sind, dass die übrige Welt nichts tun kann, bevor Afrika nicht bereit ist, sich selbst zu retten... Vielleicht mehr als alles andere hasse ich diesen wahnsinnig machenden Hang der Afrikaner, sich in ihrem eigenen Leid zu suhlen, sich lediglich umzudrehen, wenn sie getreten werden, und einen unerschütterlichen Glauben zu äussern, dass irgendeine Macht von aussen, irgendein göttliches Eingreifen ihnen die Erlösung bringen wird.“ Fazit: Dieses Buch bietet einen unüblichen Zugang zu Afrika. Eine persönliche Sicht, entstanden aus selbst Erlebtem eines Schwarzen unter Schwarzen. Lesenswert! Zu negativ Der Autor lässt am afrikanischen Kontinent kein gutes Haar. Immer wieder betont er, wie dankbar er ist, dass seine Vorfahren als Sklaven nach Amerika gebracht wurden. Manchmal erscheint es so, als ärgere er sich über seine Hautfarbe. Sicherlich sind unglaubliche Grausamkeiten in Afrika geschehen, aber darauf kann man den Kontinent nicht reduzieren. Der Autor sollte einmal darüber nachdenken, was seine Landsleute in Vietnam und diversen anderen Kriegen fabriziert haben. Ich selbst bin längere Zeit in Afrika gewesen, nicht in den Touristenhochburgen, und habe neben Armut und Elend, auch die wunderschönen Seiten gesehen.Rauschende Feste mit fantastischer Musik und traditionellen Tänzen, den Zusammenhalt der Familien, hilfsbereite Menschen, glückliche lachende Kinder und nicht zuletzt eine atemberaubende Landschaft. Ich habe viel von den Menschen in Afrika gelernt, und kann trotz der vielen Probleme jedem empfehlen diesen Kontinent einmal zu besuchen. Es muss ja nicht gerade ein Bürgerkriegsland sein.
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